Thüringen, im Winter des 18. Jahrhunderts. Fürst Fondi fürchtet um sein Leben – er vermutet einen Giftanschlag, während sein Sohn Josef in den Harzer Bergen spurlos verschwunden ist. In seiner Bedrängnis sucht er Schutz bei seinem Ordensbruder Herzog Ernst von Sachsen-Gotha-Altenburg. Am Neujahrstag bricht der Husar Tobias von Wenzel von Berlin aus nach Schloss Reinhardsbrunn auf, mit einem Auftrag, dessen ganze Tragweite er noch nicht ahnt. Unterwegs kreuzt eine geheimnisvolle rothaarige Frau seinen Weg, die mehr über seine Mission zu wissen scheint als er selbst. Als sein Schlitten ab Erfurt zwei Särge geladen hat und er in Reinhardsbrunn eintrifft, kann er dem toten Fürsten Heinrich nur noch die letzte Ehre erweisen.
Doch für wen ist der zweite Sarg bestimmt? Tobias gerät in ein Geflecht aus Machtintrigen, gedungenen Mördern und alten Bündnissen, das tief in die Strukturen der thüringischen Kleinstaatenwelt hineinreicht. Erst nach einem weiteren Meuchelmord gelingt es ihm, den Täter zu fassen. Drei Jahre wird dieser auf seine Hinrichtung warten – es wird die letzte öffentliche Hinrichtung in Weimar sein, vollstreckt von Scharfrichter Wittrich.
Otto Kurt Dieter Hesse erzählt einen historischen Kriminalfall, der auf realen Ereignissen fußt und die Welt der thüringischen Herzogtümer in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit zeigt: Aufklärung und Aberglaube, höfische Ordnung und rohe Gewalt, Freundschaft und Verrat – eng beieinander, wie es die Geschichte dieser Landschaft oft genug war.