Ein Morgen am Landgericht Frankfurt am Main, Staatsschutzkammer. Dr. Gruber, der Vorsitzende Richter, rechnet mit einem überschaubaren Verfahren: Der Journalist Peter Jäger ist angeklagt, die Anklage scheint klar, der Ausgang absehbar. Doch schon die ersten Verhandlungsstunden zerreißen diese Gewissheit. Was als gewöhnliche Strafsache beginnt, zieht Kreise, die weit über den Gerichtssaal hinausreichen – in die Welt der Geheimdienste, in ein Geflecht aus Loyalitäten, Lügen und politischen Interessen, in dem Menschenleben zur Verhandlungsmasse werden.
Michael Menzel erzählt von einem Verfahren, das die Frage nach Recht und Gerechtigkeit dort stellt, wo sie am unbequemsten wird: an der Schnittstelle von Justiz, Staatsräson und geheimdienstlicher Macht. Wer schützt wen, und vor wem? Was wiegt schwerer – das Gesetz oder die Interessen derer, die sich über das Gesetz stellen? Der Roman folgt den Rissen, die sich auftun, wenn ein Gerichtsverfahren zum Schauplatz wird, auf dem ganz andere Kräfte verhandeln als die, die im Saal sitzen.
Ein Buch für Leser, die den politischen Thriller dort schätzen, wo er sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengibt – und wo die Spannung weniger aus der Verfolgungsjagd entsteht als aus der Frage, wie dünn die Wand zwischen Rechtsstaat und Willkür tatsächlich ist.
„Unfassbar real. Gut recherchiert. Spannend geschrieben. Sehr zu empfehlen."