Arnstadt, eine der ältesten Städte Thüringens, birgt unter ihrer sichtbaren Oberfläche ein zweites, verborgenes Netz. „Ley Arnstadt" folgt den Linien, die sich durch die Stadtlandschaft ziehen – Sichtachsen, Wegeführungen, Kirchenausrichtungen, Flurformen –, und fragt, ob darin eine Ordnung lesbar wird, die älter ist als jede Stadtchronik. Ley-Linien, jene umstrittenen Verbindungslinien zwischen markanten Orten, werden hier nicht als esoterische Spekulation behandelt, sondern als Anlass für eine genaue Betrachtung des Raumes.
Das Buch stellt eine Frage, die einfach klingt und schwer zu beantworten ist: Warum steht was wo? Hinter der scheinbar selbstverständlichen Anlage einer Stadt stecken Entscheidungen, Überlieferungen, Zufälle und manchmal Muster, die sich erst aus der Distanz zeigen. Ob man diese Muster als Beleg für ein vergessenes Wissen liest oder als Projektion des suchenden Blicks – die Auseinandersetzung damit schärft den Blick für das, was man täglich sieht, ohne es wahrzunehmen. „Ley Arnstadt" ist eine Einladung, die eigene Stadt noch einmal neu zu begehen, langsamer, aufmerksamer, mit offenen Fragen im Gepäck.
Für alle, die Arnstadt kennen und noch einmal anders sehen wollen. Für Leserinnen und Leser, die sich für Landschaftsgeschichte, Stadtstrukturen und die Ränder zwischen Forschung und Spekulation interessieren – und die bereit sind, beides auszuhalten.