Cover: Ein unnötiger Weg

Ein unnötiger Weg

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Ein toter junger Mann, ein Staat, der wegschaut, und eine Familie, die nicht aufgibt.

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Gehren im Thüringer Wald, Herbst 1961. Ein junger Maurer verschwindet, und die Behörden haben ihre Erklärung schnell zur Hand: Republikflucht. Wenige Wochen nach dem Mauerbau ist das ein bequemer Vermerk, der keine weiteren Fragen aufwirft. Als der Leichnam Horst Vollraths gefunden wird, ändert sich an dieser Bequemlichkeit nichts. Die Kriminalpolizei sieht keinen Anlass, den Fall näher zu untersuchen. Ein Toter, der niemandem Arbeit machen soll.

Doch für die Familie des Toten beginnt damit erst der eigentliche Kampf – nicht gegen einen Täter, sondern gegen ein System, das kein Interesse an Aufklärung hat. Andreas Zibell zeichnet die Geschichte eines Verfahrens nach, das keines sein durfte, und stellt dabei eine Frage, die weit über den einzelnen Fall hinausreicht: Was bleibt denen, die Gerechtigkeit suchen, wenn die Institutionen, an die sie sich wenden müssen, selbst das Hindernis sind? Wie weit darf, wie weit muss man gehen, wenn der legale Weg ins Leere führt – und ab wann wird der Weg selbst zum Unrecht?

Ein dokumentarisch grundiertes Buch über einen realen Fall aus der thüringischen Provinz, über die kleinen Mechanismen der Macht und die Beharrlichkeit derer, die sich mit dem Schweigen nicht abfinden wollten. Für alle, die wissen, dass die Geschichte der DDR nicht nur in Berlin geschrieben wurde, sondern auch in den Aktenordnern und Dienstzimmern der Kreisdienststellen.

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