Ostberlin, Anfang der Siebziger. Eine Handvoll junger Leute gründet die Band SB62 – und mit diesem Anfang beginnt eine Geschichte, die weit über die Musik hinausreicht. „Machandeltal" erzählt von Menschen, die in einem Land aufwachsen, das es bald nicht mehr geben wird, ohne dass sie es ahnen. Ihre Wege kreuzen sich, laufen auseinander, werden von den Brüchen der jüngeren deutschen Geschichte geformt. Dirk Zöllner hat diese Erzählung geschrieben, Jörg Menge hat sie in Bilder übersetzt: eine Graphic Novel, die Text, Zeichnung und Musik zu etwas Eigenem verschränkt.
Das Buch verzichtet auf die bequeme Nacherzählung, in der immer schon feststeht, wer auf der richtigen Seite stand. Die Figuren blicken aus unterschiedlichen Richtungen auf dieselben Ereignisse – und gerade in diesen Widersprüchen entsteht etwas, das näher an der Wirklichkeit ist als jede glattgeschliffene Deutung. Was bedeutet es, eine Biographie zu haben, die nicht in die gängigen Erzählungen passt? Wie erinnert man sich an eine Zeit, für die andere längst fertige Urteile bereithalten? „Alles auf Anfang" stellt diese Fragen, ohne sie vorschnell zu beantworten.
Ein Buch für alle, die mit gezeichneten Geschichten mehr anfangen können als mit Nostalgie. Und für jene, die wissen, dass die Vergangenheit nicht einfacher wird, nur weil sie vergangen ist.