Leo war ein Lausbub, wurde Volkspolizist und irgendwann so etwas wie ein Philosoph des eigenen Lebens. Susanne Bimek erzählt die Geschichte eines Mannes, der auf seine Jahre zurückblickt – nicht mit dem Gestus der Abrechnung und nicht mit Verklärung, sondern mit dem Schmunzeln dessen, der weiß, dass gerade die Dummheiten und Umwege ihn zu dem gemacht haben, der er ist. Es sind Erinnerungen an Bolzwiesen und erste Mädchen, an den Schrecken des Alltäglichen und die kleinen Auftritte auf der Bühne eines Lebens, das nie für die große Bühne vorgesehen war.
Hinter der Erzählung steht eine Frage, die einfach klingt und es nicht ist: Was bleibt, wenn man ein Leben gelebt hat – wirklich gelebt, nicht nur bestanden? Leo entscheidet sich gegen die Sehnsucht nach einer zweiten Chance, gegen das Hätte und Wäre. Stattdessen öffnet er den Tresor seiner Erinnerungen und stellt fest, dass der Reichtum längst da ist. Dass Erinnerungen mehr wiegen als jede korrigierte Fassung der eigenen Geschichte. Dieses Buch ist ein Bekenntnis zum gelebten Leben in all seiner Unvollkommenheit – und damit zugleich eine stille Widerrede gegen die Idee, man müsse alles optimieren, auch die Vergangenheit.
Ein Buch für alle, die wissen, dass die besten Geschichten nicht von Helden handeln, sondern von Menschen, die das Ihre daraus gemacht haben.