Zwischen zwei Buchdeckeln treffen sich hier Lust und Appetit, und keiner von beiden muss sich verstecken. Lin Consta erzählt in kurzen, sinnlichen Geschichten von der Liebe und ihren Spielarten – vom Begehren, das sich Bahn bricht, von Nähe, die mehr meint als Berührung. Und zwischen den Geschichten stehen Rezepte: Gerichte, die man danach kochen kann, oder davor, oder stattdessen. Ein Buch, das zwei Genüsse zusammendenkt, die im Alltag selten gemeinsam auf den Tisch kommen.
Die Verbindung von Erotik und Kochen ist weniger willkürlich, als sie klingen mag. Beides lebt von Aufmerksamkeit, von der Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen und die Sinne nicht abzudämpfen. Lin Consta nutzt diesen Zusammenhang, ohne ihn zu Tode zu erklären. Die Kurzgeschichten stehen für sich, die Rezepte stehen für sich – und doch entsteht zwischen beidem ein Gespräch darüber, was es heißt, sich etwas zu gönnen, sich einzulassen, das Beiläufige hinter sich zu lassen.
Ein Buch im quadratischen Format, handlich und eigenwillig wie sein Gegenstand. Für Menschen, die ein Geschenk suchen, das weder verlegen macht noch langweilt – und die wissen, dass Genuss in keiner seiner Formen etwas Harmloses ist.