Seit dem Tod ihres Vaters hat die elfjährige Leni aufgehört zu sprechen. Die Worte sind einfach fort, als hätte das Meer sie mitgenommen. Denn das Meer ist der einzige Ort, an dem Leni noch atmen kann – an der Küste, wo einmal im Monat die Wale auftauchen, dunkel und still wie Versprechen. Als sie dem jungen Wal Larimar begegnet, entsteht zwischen den beiden eine Verbindung, die keine Sprache braucht. Doch ein Sturm reißt sie auseinander, und plötzlich stehen beide vor Gefahren, die größer sind als alles, was Leni bisher geschwiegen hat.
Das Buch erzählt von einem Mädchen, das sich der Welt entzogen hat, und fragt leise, aber beharrlich: Was geschieht, wenn Trauer so groß wird, dass sie jede Stimme verschluckt – und was braucht es, um wieder einen Laut zu wagen? Es geht um das Schweigen als Schutz und als Gefängnis, um die Freundschaft zwischen einem Kind und einem Tier, die keine Worte kennt und gerade deshalb trägt. Und um die Frage, ob das unsichtbare Band zwischen Mensch und Natur stark genug ist, um zu halten, wenn alles andere reißt.
Eine Geschichte für junge Leserinnen und Leser, die spüren, dass die Welt manchmal zu laut ist. Und für alle, die wissen, dass Trost nicht immer in Worten kommt.