Vierzig Jahre vor dem Mikrophon, und nichts davon war geradeaus. Dieses Buch erzählt ein Radioleben, das in den Studios des DDR-Rundfunks in Berlin beginnt und beim Mitteldeutschen Rundfunk in Thüringen seine Fortsetzung findet – durch einen Bruch hindurch, der nicht nur Institutionen, sondern auch Gewissheiten zerlegte. Als Journalist, Moderator und Feature-Dramaturg bewegt sich der Autor zwischen Dampflokomotiven und Theaterbühnen, zwischen Schmalkalden, Meiningen und Arnstadt, zwischen Israel und Italien. Es sind Begegnungen mit Menschen, die Hoffnung tragen, und mit solchen, denen das Glück entgleitet. Und es ist die Geschichte eines Berufs, der in zwei politischen Systemen ausgeübt wurde – mit allem, was das bedeutet.
Der Titel sagt, wovon dieses Buch im Kern handelt: vom Zweifeln als Haltung. Nicht als Lähmung, sondern als Werkzeug. Was bleibt vom eigenen Tun, wenn sich die Koordinaten verschieben? Wie arbeitet man mit Überzeugung in einem System, das Überzeugungen verordnet – und wie danach in einem, das sie für überflüssig erklärt? Das Buch stellt diese Fragen ohne nachträgliche Besserwisserei. Es erzählt von Erfolgen und Niederlagen, von Widersprüchen, die sich nicht auflösen ließen, und von der Beharrlichkeit, trotzdem weiterzumachen. Auf 528 Seiten entsteht so etwas, das über das Persönliche hinausreicht: ein Bericht darüber, was öffentliches Sprechen bedeutet, wenn der Boden sich bewegt.
Ein Buch für alle, die sich für die Geschichte des Rundfunks in Ost und West interessieren, für die Umbrüche nach 1989 und für die Frage, was Haltung kostet, wenn sie mehr ist als ein Wort.