Jan hat es satt. Seine Eltern steuern auf eine Scheidung zu, zu Hause regiert das Schweigen oder der Streit, und auch bei seiner Freundin Chris sieht es nicht besser aus. Wohin gehört man, wenn der Ort, an dem man aufwächst, keiner mehr ist? Im Frust packt Jan seinen Rucksack und verschwindet in eine kleine Höhle am Fuß eines Hügels – ein paar Tage will er weg sein, lang genug, um die Eltern wachzurütteln. Doch als Chris in der zweiten Nacht nachkommt und die beiden tiefer in das Gewölbe vordringen, stoßen sie auf etwas, das weit über einen verborgenen Hohlraum hinausgeht. Was sich auftut, ist eine andere Welt, bevölkert von Wesen, die in keinem Buch stehen. Von nun an leben Jan und Chris ein anderes Leben – ob sie wollen oder nicht.
Uwe Britten erzählt sein Abenteuer in der Tradition von Jules Verne und Mark Twain, doch unter der Oberfläche der Entdeckungsreise arbeitet ein anderer Motor. Kibuti ist ein Buch über die großen Fragen, die sich stellen, wenn der Boden unter den Füßen nachgibt: Was macht ein Leben richtig? Wem kann man vertrauen, wenn die vertraute Ordnung zerfällt? Und was geschieht mit einem Zweifler, der plötzlich Wunder sehen soll? Der Autor selbst nennt den Roman „das Buch vom Leben" – nicht als Verheißung, sondern als Versuch, den Fragen ihre ganze Schwere zu lassen und trotzdem weiterzuerzählen.
Ein Roman für Leserinnen und Leser, die das Abenteuer nicht nur als Flucht begreifen, sondern als Denkbewegung. Und für alle, die sich an die eigene Unruhe erinnern, als die Welt der Erwachsenen zum ersten Mal ihre Risse zeigte.