Das Burggespenst Puco hat ein Problem: Es ernährt sich von der Fantasie der Menschen, doch die verfallene Burg, in der es lebt, lockt kaum noch Besucher an. Puco wird blasser, durchsichtiger, droht sich aufzulösen. Also fasst es einen Entschluss, der für ein Gespenst alles andere als selbstverständlich ist – es verlässt sein Zuhause. In der Kirchenburg von Walldorf findet Puco einen neuen Ort, und in der einen Stunde, die ihm jede Nacht gehört, begegnet es Fledermäusen, entdeckt die Märchenhöhle und gerät durch ein Missgeschick bis nach Arnstadt.
Heike Böttcher erzählt in Episoden, die sich einzeln vorlesen lassen und doch zusammengehören. Zwischen den Abenteuern steckt eine Frage, die auch jenseits der Geisterstunde gilt: Was geschieht mit denen, die niemand mehr besucht, an die niemand mehr denkt? Puco braucht die Fantasie anderer, um zu existieren – und schenkt dafür Geschichten zurück. Ganz nebenbei erfahren junge Leserinnen und Leser Wissenswertes über Fledermäuse, über das Große Mausohr und seine Winterquartiere, eingebettet in eine Erzählung, die das Staunen nicht erklärt, sondern ernst nimmt.
Ein Buch zum Vorlesen ab dem Vorschulalter, zum Selberlesen für Erstleser und für alle, die in der Stunde vor dem Einschlafen noch Platz für ein kleines Gespenst haben. Mit Illustrationen von Dagmar Lüke.