Cover: „Durch diese hohle Gasse muss er kommen“

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„Durch diese hohle Gasse muss er kommen“

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Schiller trifft Gemeinderat: Was der Dichter über Sitzungsmarathons, Haushaltsdebatten und den langen Atem der Politik gewusst haben könnte, versammelt dieses kleine, kluge Bändchen.

Friedrich Schiller hat Sätze geschrieben, die sich ins Gedächtnis eingebrannt haben – weit über Theaterbühnen und Schullesebücher hinaus. „Durch diese hohle Gasse muss er kommen": Das klingt nach Wilhelm Tell, nach Tyrannenmord, nach großer Dramatik. Aber wer einmal in einer Gemeinderatssitzung gesessen hat, weiß, dass auch dort bisweilen enge Gassen warten, durch die man hindurch muss. Stefan Wogawa und Frank Kuschel nehmen Schillers Verse, seine philosophischen Sentenzen, seine historischen Einsichten und setzen sie in einen Zusammenhang, an den der Dichter gewiss nicht gedacht hat: die Kommunalpolitik.

Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll. Die Autoren stellen Schiller-Zitate neben Begriffe und Situationen aus dem politischen Alltag der Gemeinden und Städte – und erzeugen dabei Reibung, Komik und gelegentlich eine Erkenntnis, die über den Anlass hinausweist. Denn Schillers Themen – Macht und Ohnmacht, Freiheit und Pflicht, Idealismus und seine Grenzen – sind in der Kommunalpolitik keineswegs erledigt. Die Zauberkraft des Wortes, die Thomas Mann an Schiller rühmte, entfaltet sich hier auf unerwartete Weise: als Spiegel, den man dem täglichen Verwaltungshandeln vorhält.

Ein Büchlein für alle, die Schiller nicht auf dem Sockel stehen lassen wollen und die wissen, dass gute Politik auch davon lebt, die eigene Praxis mit etwas Abstand und Humor zu betrachten.

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