Cover: Alles hat ein Ende – auch die Marktwirtschaft

Alles hat ein Ende – auch die Marktwirtschaft

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Der jüngste und letzte Betriebsdirektor des VEB Elektromotorenwerk Wernigerode hat die Planwirtschaft sterben sehen – und glaubt nicht, dass die Marktwirtschaft unsterblich ist.

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Ein Großbetrieb mit Tausenden Beschäftigten, eingebunden in die Mechanik der Planwirtschaft, getrieben von Materialengpässen, Plankennziffern und dem täglichen Ringen um funktionierende Abläufe: Dr. Wolfgang Beck war der jüngste Betriebsdirektor des VEB Elektromotorenwerk Wernigerode – und sein letzter. Er erzählt von einem Arbeitsalltag, der weit mehr verlangte als Verwaltung: Improvisation, technischen Sachverstand, Verhandlungsgeschick nach allen Seiten. Und er erzählt davon, wie nach dem Mauerfall aus einem Volkseigenen Betrieb eine GmbH wurde – ein Vorgang, der selten so nüchtern und aus der Innensicht eines Verantwortlichen geschildert worden ist.

Das Buch ist mehr als eine Betriebschronik. Beck zieht aus seinen Erfahrungen einen Schluss, der über die eigene Biografie hinausweist: Wer das Scheitern der Planwirtschaft aus nächster Nähe erlebt hat, erkennt in der real existierenden Marktwirtschaft ähnliche Erschöpfungszeichen. Die These, die der Titel trägt, ist keine Provokation um ihrer selbst willen, sondern das Ergebnis eines Lebens, das beide Systeme von innen kennt. Herausgegeben von Rohnstock Biografien, bewahrt das Buch den Erzählton des Gesprächs – sachlich, konkret, ohne Verklärung nach keiner Seite hin.

Eine Lektüre für alle, die sich für die Wirklichkeit hinter den Schlagworten interessieren – für das, was Betriebsalltag in der DDR tatsächlich bedeutete, was die Wende mit Betrieben und Menschen machte und warum die Frage nach dem besseren Wirtschaftssystem damit nicht beantwortet ist.

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