Zaubersprüche gegen die Gleichgültigkeit, Klagelieder über das, was sich nicht ändern lässt, und dazwischen Verse, die das Alltägliche drehen und wenden, bis es fremd wird – oder erst recht vertraut. Karl Porges schaut genau hin: auf die kleinen Absurditäten des Tages, auf Zärtlichkeit und Vergeblichkeit, auf das Komische, das oft nur eine Handbreit vom Traurigen entfernt liegt. Seine Gedichte kommen ohne großes Pathos aus und finden gerade darin ihren Ton. Begleitet werden sie von Illustrationen, die das Gesagte nicht verdoppeln, sondern weiterspinnen.
Hinter dem Augenzwinkern, das diese Texte durchzieht, steckt eine ernsthafte Frage: Was bleibt, wenn man das Leben von seinen Verzierungen befreit? Porges sucht die Antwort nicht in der Abstraktion, sondern im Konkreten – in Beobachtungen, die so beiläufig daherkommen, dass man ihre Genauigkeit erst beim zweiten Lesen bemerkt. Es sind Gedichte, die das Wunderliche im Vertrauten aufspüren und das Vertraute gelegentlich als ziemlich wunderlich entlarven.
Ein Buch für alle, die Lyrik nicht als Feiertagsangelegenheit betrachten, sondern als eine Art, der Welt mit offenen Augen und einem gewissen Eigensinn zu begegnen.
„Eine wunderbare Sammlung kleiner Gedichte und passender Bilder zum Schmunzeln, Nachdenken und Nachfühlen"