Cover: Verjagtes Volk

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Verjagtes Volk

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Ein Dorf am Rennsteig, seine Bewohner zwischen Armut und Aufruhr, Archivakten und Sagenwelt — Herman Anders Krüger erzählt, was aus Menschen wird, die niemand haben will.

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Im Thüringer Wald, abseits der Straßen und Residenzen, lag einst das Dorf Lütsche – eine Siedlung von Holzmachern, Köhlern und Wilderern, die dem Wald nahmen, was sie zum Leben brauchten, und dafür mit der Obrigkeit in einen Konflikt gerieten, der nur ein Ende kennen konnte. Herman Anders Krüger erzählt die Geschichte dieses Dorfes, das schließlich vertrieben und ausgelöscht wurde: die Geschichte des Dorfschulzen Ernst Catterfeld, der zwischen seinem Volk und der Macht stand, des Forstmeisters von Wangenheim, der das Gesetz des Staates gegen das Gewohnheitsrecht des Waldes durchsetzte, und jener Familien, die am Ende den Weg nach Amerika suchten, weil ihnen die Heimat genommen war.

Krüger hat für seine Erzählung die Originalakten im Gothaer Archiv studiert und das Aktenmaterial mit den Sagen und Legenden verwoben, die sich um die Lütsche und den Rennsteig ranken – bis hin zu den geheimnisvollen Maskern, jenen vermummten Gestalten, die nachts durch den Wald zogen. So entsteht ein Buch, das zugleich Chronik und Dichtung ist und eine Frage stellt, die weit über den Thüringer Wald hinausreicht: Was geschieht mit Menschen, deren Lebensweise dem Ordnungswillen eines Staates im Weg steht? Wem gehört der Wald, und wer bestimmt, was Recht ist?

Ein Buch für alle, die sich für die Geschichte der kleinen Leute in Thüringen interessieren, für das Spannungsfeld zwischen Archiv und Legende – und für die Frage, was von einem Ort bleibt, wenn seine Menschen verjagt sind.

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