In den Königlich Preußischen Wäldern des Spreewaldes fällt ein Schuss, und ein Förster stirbt. Die Geschichte, die sich um diesen Tod rankt, ist keine erfundene – sie wurzelt in einem realen Fall, in einer Gegend, in der das Wildern nicht Abenteuer war, sondern Überlebensstrategie. Hier standen sich Hunger und Gesetz gegenüber, der Wald gehörte der Krone, und wer ohne Erlaubnis jagte, riskierte alles. Ein Mann gerät in die Mühlen der preußischen Justiz, und was folgt, ist eine Bestrafung, die sich selbst als gerecht bezeichnet.
Doch das Buch lässt diese Selbstgewissheit nicht unberührt stehen. Es fragt, wer hier eigentlich der Übeltäter ist – der Wilderer, der sich nimmt, was der Wald hergibt, oder ein System, das den Wald zum Besitz erklärt und die Not derer, die in seinem Schatten leben, nicht zur Kenntnis nimmt. Die Geschichte erzählt von Eigentum und Anmaßung, von kleinen Leuten und großer Ordnung, und sie tut das mit jenem feinen Zweifel, der am Ende schwerer wiegt als jedes Urteil.
Ein Buch für alle, die wissen, dass Recht und Gerechtigkeit nicht immer in dieselbe Richtung weisen – und dass sich in einer vermeintlich kleinen Dorfgeschichte die großen Fragen von Macht und Ohnmacht spiegeln können.