Stadtilm, eine Kleinstadt im Herzen Thüringens, erlebte den Zweiten Weltkrieg nicht an der Front, sondern in den Straßen, Betrieben und Familien. Dieses Buch zeichnet nach, was zwischen 1939 und 1945 in der Stadt geschah: wie der Alltag sich veränderte, wie Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit Einzug hielten, wie Menschen verschwanden und wie der Krieg schließlich unmittelbar vor die eigene Haustür kam. Es sind die konkreten Orte, die konkreten Namen, die konkreten Daten, die das Buch zusammenträgt – gestützt auf Dokumente, Zeitzeugenberichte und Archivmaterial.
Was dabei sichtbar wird, geht über Lokalgeschichte im engeren Sinne hinaus. An einem Ort wie Stadtilm lässt sich studieren, wie ein Krieg das Gefüge einer ganzen Gemeinschaft durchdringt – nicht als fernes Ereignis, sondern als tägliche Wirklichkeit aus Mangel, Angst, Anpassung und gelegentlichem Widerspruch. Das Buch stellt damit auch die Frage, die jede ernsthafte Ortsgeschichte stellen muss: Was haben die Menschen vor Ort gewusst, getan, hingenommen? Und was lässt sich davon heute noch greifen, bevor die letzten Spuren verwehen?
Ein Buch für alle, die sich für die Geschichte Thüringens jenseits der großen Schlachtfelder interessieren – und die wissen, dass sich Geschichte am genauesten dort verstehen lässt, wo sie am stillsten stattgefunden hat.