Der Titel klingt nach einer Anekdote, doch dahinter verbirgt sich eine der bemerkenswertesten Wandlungen im vereinigten Deutschland: Wie aus der staatlich gelenkten Landwirtschaft der DDR eine leistungsfähige, moderne Agrar- und Ernährungswirtschaft wurde, die sich auf europäischen Märkten behauptet. Das Buch zeichnet diesen Weg nach – von den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften über die Umbrüche der Nachwendejahre bis zu den heutigen Agrargenossenschaften, die weit mehr sind als Produktionsstätten: Sie halten Dörfer zusammen, bewirtschaften Flächen ökologisch, erzeugen Energie und sichern Arbeitsplätze in Regionen, die sonst wenig Halt finden.
Dabei umgeht das Buch die gängigen Erzählungen. Weder verklärt es die LPG-Strukturen, noch bedient es das westdeutsche Narrativ, wonach nur der bäuerliche Familienbetrieb zukunftsfähig sei. Stattdessen fragt es nüchtern: Was ist aus den veränderten Besitz- und Betriebsstrukturen tatsächlich geworden? Wie verbinden sich Hightech und Naturschutz, industrielle Produktion und regionale Frische? Und was bedeutet es, wenn weniger Menschen höhere Erträge erwirtschaften – für die Landschaft, für die Dörfer, für das, was auf den Tisch kommt?
Ein Sachbuch für alle, die sich für die ökonomische Substanz der ostdeutschen Transformation interessieren – jenseits von Nostalgie und jenseits von Fortschrittspathos. Und für jene, die wissen wollen, woher ihr Spargel eigentlich kommt.