Im Dezember 1891 kommt es im Tal der Schobse, unweit des Rennsteigs, zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Förstern und Wilderern aus Schmiedefeld. Was als Jagdaufsicht beginnt, endet mit Schüssen im winterlichen Wald – ein Vorfall, der als „Schobseschlacht" in die lokale Überlieferung eingeht. Diese dokumentarische Erzählung rekonstruiert die Ereignisse jener Nacht, die Vorgeschichte und die Folgen, nah an den Quellen und nah an den Menschen, die darin verwickelt waren.
Hinter der Wilderei im Thüringer Wald steckt mehr als bloßer Gesetzesbruch. Sie erzählt von Armut und Eigensinn, von einem Leben in Gegenden, in denen das Wild vor der Tür stand, das Jagdrecht aber anderen gehörte. Die Förster wiederum verteidigten nicht nur den Wildbestand, sondern eine Ordnung, die sie verkörperten und die ihnen zugleich auferlegt war. Das Buch fragt nach den sozialen Spannungen, die sich in solchen Konflikten entluden, und nach der schmalen Grenze zwischen Recht und Gewalt, zwischen Pflichterfüllung und Eskalation in einer ländlichen Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Eine Lektüre für alle, die sich für die Geschichte des Thüringer Waldes jenseits der Wanderwege interessieren – und dafür, was ein lokales Ereignis über die größeren Verhältnisse seiner Zeit sichtbar machen kann.