Am Rennsteig fällt ein Schuss, und was danach geschieht, folgt nicht den Regeln, die man aus der Ferne für diese Gegend bereithält. Andreas Zibell erzählt einen Kriminalfall, der sich in die Landschaft einschreibt wie ein alter Hohlweg – unübersehbar, wenn man weiß, wo man suchen muss. Die Figuren, die hier aufeinandertreffen, tragen Geschichten mit sich, die weiter zurückreichen als der aktuelle Fall. Was als Ermittlung beginnt, wird zur Grabung in Schichten, die keiner freiwillig freilegt.
Hinter der Handlung steht eine Frage, die sich nicht mit dem letzten Kapitel erledigt: Was wissen die Menschen in einer kleinen, überschaubaren Welt voneinander – und was verschweigen sie gerade deshalb? Zibell interessiert sich für die Mechanik des Schweigens, für das, was zwischen Nachbarn, Bekannten und alten Weggefährten ungesagt bleibt, bis es sich gewaltsam Bahn bricht. Der Rennsteig ist dabei mehr als Kulisse. Er ist Grenze und Verbindung zugleich, ein Ort, an dem Nähe und Fremdheit dicht beieinander liegen.
Ein Thüringer Krimi für Leser, die sich nicht mit der Auflösung zufriedengeben, sondern wissen wollen, was darunter liegt.