Cover: Rennsteig-Echo

Rennsteig-Echo

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Wilderei, Forstfrevel und Waldtragödien am Rennsteig – und ein Leben, das die DDR-Staatsmacht nicht in Ruhe lassen konnte.

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Neustadt am Rennsteig, ein Ort am Kamm des Thüringer Waldes, wo das Leben seit jeher eng mit dem Forst verwoben ist. Hier beginnt nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine Geschichte, die sich über Jahrzehnte zieht: Wilderei, Forstfrevel, Zusammenstöße zwischen Einheimischen und der Obrigkeit. Im Zentrum steht die Biografie eines Neustädter Wilderers, dessen Wege sich immer wieder mit der Staatsmacht kreuzen – erst unter wechselnden Verhältnissen der Weimarer Republik und der NS-Zeit, dann im Fadenkreuz der DDR-Behörden, die dem alten Treiben mit neuem ideologischen Ernst begegnen.

Das Buch erzählt von einem Milieu, in dem Wilderei nie bloß Gesetzesbruch war, sondern Ausdruck einer eigenen Ordnung – einer stillen Übereinkunft zwischen Mensch und Wald, die mit dem jeweiligen Staat wenig zu tun hatte. Es fragt danach, was geschieht, wenn solche gewachsenen Verhältnisse auf einen Apparat treffen, der Kontrolle bis in den letzten Winkel beansprucht. Und es zeigt, wie sich in den Waldtragödien eines kleinen Ortes die großen Brüche des 20. Jahrhunderts spiegeln: Krieg, Systemwechsel, der lange Arm einer Macht, die auch im Unterholz keine Eigenmächtigkeit duldete.

Ein Buch für alle, die sich für die Sozialgeschichte des Thüringer Waldes jenseits der Wanderwegromantik interessieren – und dafür, wie sich Eigensinn und staatliche Ordnung an einem konkreten Ort, an konkreten Lebensläufen studieren lassen.

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