Im Jahr 1189 bricht der junge Ritter Robert von Rabenstein mit dem Heer Kaiser Barbarossas zum Kreuzzug auf. Doch neben dem Kampf um das Heilige Land treibt ihn eine andere Suche: Sein Großvater, als Schwarzer Ritter einst gefürchtet, ist seit Jahren in Palästina verschollen – angeblich bei einem geheimen Auftrag des Kaisers, der ihn gegen Mächte führte, die jenseits menschlicher Feindschaft liegen. Als Barbarossa unter rätselhaften Umständen stirbt, noch bevor das Heer Palästina erreicht, beginnt Roberts Weg sich vom Pfad eines gewöhnlichen Kreuzfahrers zu lösen.
Denn in Palästina wartet eine Bedrohung, die größer ist als Saladins Heere. Jemand stellt eine Armee aus Dämonen auf, und die Frage, wem sie dienen soll, führt Robert in ein Geflecht aus Intrigen zwischen Kreuzrittern, Sarazenen und Kräften, die älteren Gesetzen gehorchen. Richard Löwenherz, der nach dem Tod des Kaisers die Führung beansprucht, bleibt dabei ebenso undurchsichtig wie die geheimnisvolle Anum, der Robert begegnet. Stefan Wogawa erzählt den Dritten Kreuzzug als historischen Abenteuerroman, der das Übernatürliche nicht als Kulisse benutzt, sondern als Schicht, die unter den bekannten Ereignissen liegt – und ihnen eine andere Lesart gibt.
Ein Buch für Leser, die historische Stoffe mögen, aber kein Interesse an bloßer Schlachtenprosa haben. Und die bereit sind, sich auf eine Erzählung einzulassen, in der die Grenze zwischen Geschichte und Legende durchlässig wird.