Kötitz an der Elbe, Frühjahr 1809. Im Gasthaus „Am Strom" quartieren sich Reisende ein, die den Wirt und seine Familie in den Strudel europäischer Geschichte ziehen. Gräfin Golowina bringt dem „Schwarzen Herzog" von Braunschweig seine Söhne aus St. Petersburg – ein privater Besuch, den der napoleonfreundliche Hof als Hochverrat wertet. Der Gastwirt wird auf dem Königstein eingekerkert, seine Frau, eine ehemalige Tänzerin, sieht keinen anderen Ausweg, als sich mit ihrem Kind der „Schwarzen Schar" anzuschließen. So beginnt ein Marsch quer durch Deutschland, auf dem sich weitere Kinder den Soldaten anschließen. Unter ihnen: das kleine Mädchen Pauline.
Otto Kurt Dieter Hesse erzählt die Jahre zwischen 1809 und 1824 aus der Perspektive derer, die in den Geschichtsbüchern am Rand stehen: Kinder, die zwischen Schlachtfeldern und Biwakfeuern aufwachsen, betreut von einer russischen Emigrantin und einem blutjungen Offizier aus Langensalza. Kinder, die lernen müssen, den Tod zu begreifen, bevor sie das Leben begreifen. Hinter der Abenteuererzählung steht die Frage, was Krieg mit denen macht, die ihn nicht gewählt haben – und wie aus der Kinderfreundschaft zwischen Pauline und Wilhelm über anderthalb Jahrzehnte, über Bühnen und Schlachtfelder Europas hinweg, eine Bindung wächst, die am Ende ein Totenkopfring besiegelt.
Ein Roman für Leserinnen und Leser, die historische Erzählungen schätzen, in denen sich große Politik und persönliches Schicksal nicht trennen lassen – und in denen die napoleonische Epoche nicht vom Feldherrenhügel herab, sondern von der Landstraße aus erzählt wird.