Stadtilm im Ilmtal – ein kleiner Ort, der über Jahrzehnte für etwas stand, das weit über seine Grenzen hinaus Bedeutung hatte: die Produktion von Modelleisenbahnen. Was in Werkstätten und später im VEB entstand, war mehr als Spielzeug. Es waren Miniaturwelten, gefertigt mit einer Präzision und Hingabe, die sich nur aus der Verbindung von handwerklicher Tradition und industrieller Sorgfalt erklären lässt. Dieses Buch zeichnet die Geschichte dieser Produktion nach – von den Anfängen über die wechselvollen Jahrzehnte der DDR-Wirtschaft bis zu einem Ende, das wie so vieles nach 1990 leise kam.
Hinter der Chronik einer Produktionsstätte verbirgt sich eine größere Erzählung: von Arbeit, die Identität stiftet, von technischem Ehrgeiz unter den Bedingungen der Mangelwirtschaft, von Menschen, die in das, was sie taten, mehr hineinlegten, als der Plan verlangte. Das Buch fragt, was verloren geht, wenn ein solcher Ort seine Fertigung einstellt – und was bleibt, in den Dingen selbst, in der Erinnerung derer, die sie hergestellt und bespielt haben.
Ein Buch für alle, die sich für Industriegeschichte in der Provinz interessieren, für die materiellen Spuren der DDR jenseits der großen Narrative – und für jene, denen eine Modelleisenbahn aus Stadtilm einmal mehr war als ein Gegenstand unter dem Weihnachtsbaum.