Ein Jahrbuch, das keinem Kalender gehorcht, sondern dem Rhythmus von Geschichten, Gedichten und stillen Zwischenräumen. Die Arnstädter Literaturfreunde – Evelyn Günther, Ingrid Gruhl, Uta Kessel und Jürgen Ludwig – haben Erzählungen, Überlegungen und lyrische Notizen zusammengetragen, die sich nicht an eine einzelne Jahreszeit binden lassen. Dazwischen: Illustrationen und leere Seiten, die auf das warten, was die Lesenden selbst hinzufügen.
Das Buch stellt eine einfache, dabei keineswegs beiläufige Frage: Was geschieht, wenn ein gedrucktes Buch nicht fertig sein will? Wenn es Lücken lässt, bewusst und einladend, damit eigene Gedanken, Randbemerkungen oder Antworten auf das Gelesene ihren Platz finden? Die Texte selbst bewegen sich zwischen Kindergeschichte und historischer Betrachtung, zwischen Alltagsbeobachtung und leisem Nachdenken über das, was bleibt. Ingrid Gruhls „Apfelhaus" spricht Kinder an, ohne Erwachsene auszuschließen. Die anderen Beiträge wurzeln in regionaler Geschichte und persönlicher Erfahrung, ohne sich darin einzuschließen.
Ein Buch für Menschen, die gern lesen und gelegentlich selbst zum Stift greifen. Für solche, die ein Jahrbuch nicht als Chronik verstehen, sondern als Einladung, das eigene Denken neben das anderer zu stellen.