Auf dem Planeten Megulak sind offene Flammen keine gute Idee. Roboter scheitern an Glühbirnen, und Vampire haben ganz andere Probleme, als die Folklore ihnen zuschreibt. Stefan Wogawa versammelt in diesem Band Geschichten, die das Fantastische beim Wort nehmen – und dann in eine Richtung weiterdenken, mit der niemand gerechnet hat. Außerirdische, die an irdischer Bürokratie verzweifeln. Maschinen, die an ihrer eigenen Logik scheitern. Untote, die sich mit sehr lebendigen Schwierigkeiten herumschlagen. Die Erzählungen sind kurz, schnell, pointiert und gelegentlich von einer Bösartigkeit, die man erst beim zweiten Lesen ganz erfasst.
Hinter dem komischen Ton steckt ein genaues Gespür dafür, wie dünn die Grenze zwischen dem Absurden und dem Alltäglichen tatsächlich ist. Wogawa benutzt das Science-Fiction-Besteck nicht, um ferne Welten auszumalen, sondern um die eigene Welt von einer Seite zu beleuchten, die man sonst übersieht. Seine Aliens und Roboter sind Spiegel – manchmal Zerrspiegel, manchmal erschreckend plane Flächen. Und der Radschlüssel, den man unbedingt im Auto haben sollte, hat weniger mit Reifenwechseln zu tun, als man zunächst annehmen möchte.
Ein Buch für alle, die fantastische Literatur mögen, ohne sich dafür rechtfertigen zu wollen. Und die wissen, dass eine gute Pointe mehr über die Welt erzählen kann als mancher Roman.