Zwischen Harz und Thüringer Wald brodelt es. Die Bauern haben genug von Frondiensten und Willkür, der Regenbogen wird zum Zeichen ihres Aufbegehrens. Mittendrin: der junge Kreutter-Claus, ein Kind dieser unruhigen Zeit, dem eine Begegnung mit dem Prediger Thomas Müntzer bevorsteht – jenem Mann, der mit seinen Worten die Verhältnisse zum Kippen bringen will. Thomas Kuschel erzählt aus der Perspektive des Jungen, was es heißt, in eine Welt hineinzuwachsen, in der nichts bleiben kann, wie es ist.
Die Geschichte fragt leise, aber beharrlich: Was treibt Menschen dazu, sich gegen eine Ordnung aufzulehnen, die als gottgegeben gilt? Und was bedeutet es für ein Kind, wenn die Erwachsenen um es herum plötzlich alles riskieren – Hof, Leib, Leben? Müntzer erscheint hier nicht als Denkmal, sondern als Mensch unter Menschen, gesehen durch die Augen eines Jungen, der noch nicht weiß, wohin das alles führen wird. Ein Nachwort von Marion Dammaschke und eine Zeittafel ordnen die Erzählung historisch ein, ohne ihr die Unmittelbarkeit zu nehmen.
Eine historische Erzählung für junge Leserinnen und Leser ab zehn Jahren, die Geschichte nicht als ferne Kulisse, sondern als etwas Lebendiges und Beunruhigendes erfahren wollen. Mit Illustrationen von Christa Unzer.