Vor hunderttausenden von Jahren durchstreiften Waldelefanten von fünf, sechs Metern Körperhöhe die Flusstäler des heutigen Thüringen. Wollhaarnashörner grasten in den Steppen, Höhlenbären zogen sich in die Kalksteinklüfte zurück, und Hyänen hinterließen ihre Fraßspuren an Knochen, die Jahrtausende später aus dem Erdreich geborgen werden sollten. Eine Megafauna bevölkerte diese Landschaft, die wir heute kaum wiedererkennen würden – Steppenbison und Auerochse, Wolf und Luchs eingeschlossen.
Das Buch zeichnet nach, was aus diesen Tieren wurde und warum sie verschwanden. Es erzählt von Klimawandel und Eiszeiten, von schwindenden Lebensräumen und dem wachsenden Einfluss eines Jägers, der selbst zur bestimmenden Kraft wurde: des Menschen. Dabei zeigt sich, dass das Aussterben selten eine einzige Ursache hatte. Kälte, Nahrungsmangel und menschliche Jagd griffen ineinander, und manche Arten überlebten in fernen Rückzugsgebieten noch Jahrtausende länger als in Mitteleuropa. Die Frage, die das Buch dabei stellt, reicht bis in die Gegenwart: Wie verändert der Mensch die Tierwelt, die ihn umgibt – und was geht unwiederbringlich verloren?
Ein Buch für alle, die wissen wollen, welche Naturgeschichte unter der Oberfläche Thüringens liegt. Wer sich für Paläontologie, für das Zusammenspiel von Klima und Evolution oder schlicht für die tiefe Vergangenheit einer vertrauten Landschaft interessiert, findet hier eine fundierte und anschauliche Darstellung.