Eine Liebe, die nicht sein darf – und die doch nicht aufhört zu existieren. Über fast drei Jahrzehnte folgt der Roman einer Frau, deren Leben von einer Leidenschaft bestimmt wird, die sie weder einlösen noch abstreifen kann. Grenzen trennen die beiden Liebenden, räumliche wie gesellschaftliche, und die Zeit arbeitet nicht für sie. Heike Meisegeier erzählt diese Geschichte ohne Beschönigung: als Chronik eines Gefühls, das sich gegen alle Vernunft behauptet, und als Zeitgeschichte, in der private Verstrickung und äußere Umstände untrennbar ineinander greifen. Der Titel deutet an, wovon das Buch in seinem Kern handelt: von den Fesseln der Herkunft, von Bindungen, die tiefer reichen als jede bewusste Entscheidung – und von der Frage, ob Nähe, die als Schuld empfunden wird, dennoch Wahrheit sein kann. Das Buch lotet aus, was geschieht, wenn Menschen sich nicht aus den Verhältnissen lösen können, die sie geformt haben, und was es kostet, einer verbotenen Zugehörigkeit treu zu bleiben. Es ist ein Roman über das Unauflösbare im menschlichen Begehren, erzählt mit der Spannung eines Thrillers und der Genauigkeit einer Familiengeschichte. Ein Buch für Leserinnen und Leser, die sich auf unbequeme Konstellationen einlassen und die wissen, dass gute Literatur nicht dazu da ist, einfache Antworten zu liefern.