Eine Stadt erzählt sich selbst — nicht durch Chroniken, Jubiläumsschriften oder den Blick von außen, sondern durch die Geschichten derer, die in ihr leben. Der erste Arnstädter Almanach versammelt Kurzgeschichten, die anlässlich des 1. Arnstädter Literaturtages 2021 entstanden sind: Texte aus einem offenen Wettbewerb, bei dem Menschen aus Arnstadt und der Region zu Papier brachten, was sie bewegt, was sie beobachten, woran sie sich erinnern. Es sind Alltagsgeschichten — von Begegnungen, Gewohnheiten, stillen Momenten und kleinen Verwerfungen. Gerade darin liegt ihre Genauigkeit.
Was entsteht, wenn man einer Stadt das Wort gibt, ohne Vorgaben, ohne thematische Leitplanken? Ein Mosaik, das kein Stadtführer liefern könnte. Die Texte zeigen, wie unterschiedlich Menschen denselben Ort erleben, und machen sichtbar, was in der alltäglichen Rede oft ungesagt bleibt. Der Almanach ist dabei auch ein Anfang: der Auftakt einer Reihe, die Arnstadt in regelmäßigen Abständen literarisch vermessen will — nicht als Denkmal, sondern als lebendigen, widersprüchlichen Ort.
Ein Buch für alle, die wissen, dass Literatur nicht erst in der Ferne beginnt. Und für alle, die neugierig sind auf die Stimmen einer kleinen thüringischen Stadt, die mehr zu erzählen hat, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt.