Elfi Koch reist nach Libyen – in ein Land, das den meisten nur als Nachrichtenkürzel begegnet. Was sie dort findet, erzählt sie ohne exotischen Überschwang und ohne die Distanz der Durchreisenden: Begegnungen mit Menschen, deren Alltag sich zwischen Wüste, Mittelmeerküste und einer Gesellschaft bewegt, die westlichen Besuchern nicht immer das zeigt, was diese zu sehen erwarten. Es sind Geschichten von Gastfreundschaft und Fremdheit, von antiken Stätten, die im Sand versinken, und von einem Libyen, das es in dieser Form nicht mehr gibt.
Hinter dem Abenteuer steckt eine Frage, die sich alle stellen müssen, die fremde Länder nicht nur bereisen, sondern begreifen wollen: Was sehe ich wirklich – und was projiziere ich hinein? Elfi Koch begegnet dieser Frage nicht mit Theorie, sondern mit genauem Hinsehen. Ihr Bericht ist auch ein Zeitdokument. Er zeigt ein Land vor den Umbrüchen, die es grundlegend verändert haben, und bewahrt damit etwas auf, das sonst nur in der Erinnerung Einzelner weiterlebt.
Ein Buch für Leserinnen und Leser, die Reiseberichte schätzen, in denen Neugier und Nachdenklichkeit zusammenfinden – und die sich für ein Land interessieren, über das viel geurteilt und wenig erzählt wird.