Cover: Künstler als Pazifisten zwischen den Weltkriegen

Künstler als Pazifisten zwischen den Weltkriegen

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Zwei Künstler, die sich nie begegnet sind, folgten derselben Überzeugung: dass Kunst nicht schweigen darf, wenn Menschen leiden.

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Ein estnischer Geiger, der vor Kindern spielt, um ihnen inmitten von Elend und Nachkriegsnot eine Ahnung von Schönheit zu schenken. Ein Maler und Grafiker, der seinen berühmten Worpsweder Musenhof in ein Erholungsheim für Kinder politisch Verfolgter verwandelt. Eduard Soermus und Heinrich Vogeler haben sich nie persönlich begegnet, und doch führten ihre Wege in dieselbe Richtung: Beide stellten ihre Kunst bedingungslos in den Dienst einer Gesellschaft, die nach dem Ersten Weltkrieg in Trümmern lag. Gisa Steguweit zeichnet zwei Lebensläufe nach, die sich im Geist berühren – vom Kinderheim Elgersburg in Thüringen bis zum Barkenhof bei Bremen.

Das Buch fragt nach dem Preis, den Künstler zahlen, wenn sie den Pazifismus nicht nur als Haltung pflegen, sondern als Lebenspraxis ernst nehmen. Wer sich zwischen den Weltkriegen offen gegen Militarismus und nationale Verblendung stellte, geriet rasch an den Rand – der Gesellschaft, der eigenen Existenz, am Ende auch der Erinnerung. Soermus, 1940 in einem sowjetischen Lager gestorben, und Vogeler, 1942 in der kasachischen Verbannung, teilten dieses Schicksal. Ihre Geschichten sind keine Heldenerzählungen, sondern Berichte davon, was es bedeutet, in einer Epoche der Gewalt auf Menschlichkeit zu bestehen.

Eine knappe, quellengestützte Studie für alle, die sich für die Zwischenkriegszeit jenseits der großen Namen interessieren – und für die Frage, was Kunst vermag, wenn sie sich nicht dem Markt, sondern den Menschen verpflichtet fühlt.

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