Tief verborgen in der thüringischen Landschaft lag eines der am besten gehüteten Geheimnisse der DDR: das Seewerk. Eine unterirdische Anlage, errichtet für den Ernstfall, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, umgeben von Legenden und Sperrgebieten. Was dort geplant, gebaut und betrieben wurde, blieb selbst vielen Eingeweihten nur in Bruchstücken bekannt. Dieses Buch legt auf 400 Seiten offen, was sich hinter dem Tarnnamen verbarg – die Baugeschichte, die militärische Logik, die Menschen, die dort arbeiteten, und die Spuren, die das Objekt bis heute hinterlassen hat.
Doch das Seewerk ist mehr als eine militärgeschichtliche Fußnote. Es wirft Fragen auf, die über den konkreten Ort hinausreichen: Wie organisiert ein Staat seine Geheimnisse? Was geschieht mit den Menschen, die in solche Strukturen eingebunden werden – als Planer, als Arbeiter, als Anwohner, die nicht fragen durften? Und was bleibt von einem Geheimnis, wenn der Staat, der es hütete, nicht mehr existiert? Die Recherche verbindet Dokumente, Zeitzeugenberichte und bauliche Befunde zu einer Darstellung, die weder in Sensationslust verfällt noch die Dimension des Verborgenen verharmlost.
Ein Buch für alle, die sich für die verdeckten Seiten der deutschen Nachkriegsgeschichte interessieren – jenseits der großen Erzählungen, dort, wo Beton, Geheimhaltung und Alltag aufeinandertreffen.