Cover: Die Spur der weißen Pferde

Die Spur der weißen Pferde

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Manche Spuren führen tiefer in die Vergangenheit, als man zu gehen bereit ist.

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Ein Gestüt in den Weiten der ungarischen Puszta, weiße Pferde, deren Zuchtlinien über Generationen gehütet werden, und ein Mann, der in diese Welt gerät, ohne ihre Regeln zu kennen. Herbert Schida erzählt von einer Landschaft, in der das Verhältnis zwischen Mensch und Tier noch nicht zur Folklore verkommen ist, sondern Arbeit bedeutet, Wissen, Verantwortung. Als sich Spuren zeigen, die auf Unrecht deuten – verschwundene Tiere, verschwiegene Geschichten –, wird aus der stillen Erkundung einer fremden Welt eine Suche, die tiefer führt als erwartet.

Hinter der Fährte, die der Erzähler aufnimmt, verbirgt sich mehr als ein Kriminalfall. Es geht um das, was Menschen mit Tieren tun, wenn Geld und Gier ins Spiel kommen, um Traditionen, die nur so lange tragen, wie jemand bereit ist, für sie einzustehen, und um die Frage, ob Fremde überhaupt das Recht haben, sich einzumischen – oder ob gerade ihr Blick von außen das Entscheidende sichtbar macht. Schida schreibt ohne Verklärung des Ländlichen und ohne die üblichen Reiterhof-Sentimentalitäten. Seine Prosa ist nüchtern dort, wo Nüchternheit nötig ist, und genau dort dicht, wo die Landschaft und ihre Geschöpfe es verlangen.

Ein Buch für Leser, die Spannung nicht mit Atemlosigkeit verwechseln und die bereit sind, sich auf einen Erzählton einzulassen, der seine Wirkung aus Genauigkeit bezieht – aus dem genauen Blick auf Pferde, Menschen und die Verhältnisse, in denen sie zueinander stehen.

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