Anfang der neunziger Jahre packt Anna ihre Koffer und zieht mit ihrer Familie aus Sachsen ins Schwabenländle. Sie gründet eine kleine Werbeagentur, findet Kunden, die ihr vertrauen, und lernt, sich auf einem Terrain zu behaupten, dessen Regeln sie erst nach und nach begreift. Sie kämpft mit dem, was sie ihren inneren „Wutigel" nennt – jene Mischung aus Trotz, Verletzlichkeit und stacheligem Überlebenswillen, die sie durch die Umbruchsjahre trägt. Dann kommt Weihnachten 1994, und eine unerwartete Wendung holt die Vergangenheit in ihre Gegenwart zurück.
Hinter der Geschichte einer beruflichen Neuerfindung steckt die Frage, wie viel von dem, was man war, man mitnimmt, wenn man alles hinter sich lässt. Anna hat die DDR verlassen, aber hat die DDR auch sie verlassen? Der Roman erzählt von den feinen Rissen, die entstehen, wenn Herkunft und Ankommen nicht zusammenpassen wollen – und von der stillen Hartnäckigkeit, die es braucht, beides auszuhalten. Mal mit Wärme und leisem Humor, mal mit einer Nachdenklichkeit, die länger bleibt als die letzte Seite.
Ein Buch für alle, die wissen, dass ein Neuanfang kein unbeschriebenes Blatt ist. Und dass die Neunziger in Ost und West sehr verschiedene Geschichten erzählen – auch wenn man am selben Tisch sitzt.
„Das Buch hat mich von der ersten Zeile an in seinen Bann gezogen. Es ist kurzweilig geschrieben und man kann nicht aufhören zu lesen."